Urlaubszeit: VKE-Kosmetikverband warnt vor gefälschten Parfums und Kosmetikprodukten - Vermeintliche Schnäppchen können zum Gesundheitsrisiko werden
Gefälschte Parfums und Kosmetikprodukte im Urlaub – Risiken und Warnsignale
- Gesundheitsrisiken: Gefälschte Parfums und Kosmetika enthalten oft Schwermetalle, verbotene Chemikalien und Verunreinigungen; mögliche Folgen sind Hautreizungen, allergische Reaktionen, Augenreizungen und Verätzungen
- Besondere Gefahr: Gefälschte Sonnenschutzprodukte sind oft ohne tatsächlichen Lichtschutzfaktor; es besteht das Risiko schwerer Sonnenbrände und Langzeitschäden
- Rechtliche Risiken: In einigen europäischen Ländern wie z.B. Italien, Frankreich und Teilen Spaniens drohen Käuferinnen und Käufern von Fälschungen Bußgelder; deutsche Zollbehörden dürfen Fälschungen bei der Einreise beschlagnahmen und vernichten
- Zahlen 2025 (Deutscher Zoll): rund 4,6 Mio. gefälschte Produkte sichergestellt, Warenwert ca. 450 Mio. Euro. Davon fallen 15,5 Mio. Euro auf Duft und Parfums
- Warnsignale: auffällig niedrige Preise, minderwertige Verpackungen/Flakons, fehlende Herkunftsangaben, unklare Verkaufsquellen, keine Originalverpackung, Verkauf auf der Straße/an Stränden/auf Märkten
- Empfehlung des VKE-Kosmetikverbands: Kauf ausschließlich bei autorisierten Händlern – im Urlaub wie zu Hause; EU-Kosmetikprodukte unterliegen strengen gesetzlichen Sicherheits- und Qualitätsvorgaben
Berlin, 15. Juli – Sommerzeit ist Reisezeit. Ob auf Märkten, an Strandpromenaden oder in kleinen Souvenirgeschäften: In vielen beliebten Urlaubszielen werden Touristinnen und Touristen mit vermeintlichen Markenparfums und Kosmetikprodukten zu auffällig niedrigen Preisen gelockt. Was auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen wirkt, kann jedoch erhebliche Risiken bergen – für die Gesundheit, den Geldbeutel und das Urlaubserlebnis.
Gefälschte Kosmetikprodukte und Parfums durchlaufen keine verlässlichen Qualitäts- und Sicherheitskontrollen. Verbraucherinnen und Verbraucher können daher nicht nachvollziehen, welche Inhaltsstoffe tatsächlich enthalten sind, ob die Produkte hygienisch hergestellt wurden oder ob die Verpackung korrekt gekennzeichnet ist.
Gefälschte Parfums im Urlaub: Diese Risiken drohen
In gefälschten Düften und Kosmetikprodukten wurden bereits bedenkliche Stoffe wie Schwermetalle, verbotene Chemikalien oder andere gesundheitsgefährdende Verunreinigungen nachgewiesen. Mögliche Folgen reichen von Hautreizungen, Entzündungen und allergischen Reaktionen bis hin zu Augenreizungen und Verätzungen. Besonders gefährlich sind gefälschte Sonnenschutzprodukte: Wenn der angegebene Lichtschutzfaktor nicht enthalten ist, kann dies zu schweren Sonnenbränden und langfristigen Hautschäden führen.
Auch rechtlich kann der Kauf gefälschter Ware problematisch sein. In Ländern wie Italien und Frankreich können Käuferinnen und Käufer offensichtlich gefälschter Markenprodukte mit Bußgeldern belegt werden. Auch in Spanien gehen einzelne Regionen verstärkt gegen den Handel mit Produktfälschungen vor und ahnden zunehmend auch den Kauf solcher Waren.
Spätestens aber bei der Rückreise kann es zudem zu Problemen kommen: Die deutschen Zollbehörden sind in vielen Fällen berechtigt, Produktfälschungen bei der Einreise aufzugreifen, zu beschlagnahmen und zu vernichten.
Wie groß das Problem ist, zeigen aktuelle Zahlen des deutschen Zolls. Im Jahr 2025 wurden bei Einfuhrkontrollen rund 4,6 Millionen gefälschte Produkte mit einem geschätzten Warenwert von knapp 450 Millionen Euro sichergestellt. Auf Duft und Parfums entfiel davon ein Beschlagnahmewert von 15,5 Millionen Euro.
„Wer gefälschte Parfums oder Kosmetikprodukte kauft, geht nicht nur ein unkalkulierbares Risiko für die eigene Gesundheit ein, sondern unterstützt häufig auch kriminelle Strukturen. Produkt- und Markenpiraterie schadet Verbraucherinnen und Verbrauchern ebenso wie den Unternehmen, die in Forschung, Qualität und Produktsicherheit investieren“, erklärt Andreas Fuhlisch, Geschäftsführer des VKE-Kosmetikverbands.
Augen auf beim Kosmetikkauf!
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Produkte deutlich unter dem üblichen Preis angeboten werden. Weitere Warnsignale sind minderwertig wirkende Verpackungen oder Flakons, fehlende Herkunftsangaben, unklare Verkaufsquellen sowie Produkte ohne Originalverpackung. Den Kauf auf der Straße, an Strandpromenaden oder auf Märkten sollten Verbraucherinnen und Verbraucher generell vermeiden.
Der VKE-Kosmetikverband empfiehlt, Parfums und Kosmetikprodukte ausschließlich bei autorisierten Händlern zu erwerben – ob im Urlaub oder zu Hause. Kosmetikartikel und Parfums unterliegen in der EU strengen gesetzlichen Vorgaben. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich daher beim Kauf auf Qualität und Sicherheit verlassen und ihre Lieblingsprodukte unbeschwert genießen.
Der VKE-Kosmetikverband e.V. ist die Interessenvertretung der Hersteller und Distributeure von selektiver Kosmetik in Deutschland. Die Mitgliedsunternehmen stehen für hochwertige Parfums, Hautpflege- und Make-up-Produkte sowie für Innovation, Qualität und verantwortungsvolles Unternehmertum.
Als Stimme der Prestige-Beauty vertritt der Verband die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Handel, Politik, Medien und Öffentlichkeit. Der VKE setzt sich für verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen, fairen Wettbewerb sowie den Schutz von Marke und geistigem Eigentum ein.
Unter dem Leitmotiv „Connect Beauty to Grow“ vernetzt der VKE-Kosmetikverband die Akteure der Branche, fördert den Dialog entlang der Wertschöpfungskette und stärkt die Zukunftsfähigkeit des selektiven Kosmetikmarktes in Deutschland.
Kontakt:
Andreas Fuhlisch
Geschäftsführer
Andreas.Fuhlisch@kosmetikverband.de
+49 172 400 9229
Franziska Rudolph
Head of Marketing & Communication
Franziska.Rudolph@kosmetikverband.de
+49 170 8160532
Dupes & Fakes in der Kosmetik
Was ist unsere Haltung zu Dupes?
Der VKE-Kosmetikverband bekennt sich zu einem offenen und fairen Wettbewerb. Kritisch bewertet werden jedoch Produkte, deren Geschäftsmodell gezielt auf der Nachahmung bekannter Marken, Designs, Düfte oder Produktkonzepte basiert. Innovationen, kreative Leistungen und die erheblichen Investitionen in Forschung, Entwicklung und Markenaufbau verdienen Schutz und Anerkennung. Originale schaffen Mehrwert für Verbraucher:innen, fördern Vielfalt und sichern die Innovationskraft der Branche. Für dieses Bewusstsein setzt sich der VKE ein und wirbt für einen verantwortungsvollen Umgang mit geistigem Eigentum sowie für Rahmenbedingungen, die Kreativität, Investitionen und fairen Wettbewerb nachhaltig stärken.
Welche Gefahren gehen für den Verbraucher von gefälschter Kosmetik aus?
Gefälschte Kosmetikprodukte können erhebliche Gesundheits- und Sicherheitsrisiken mit sich bringen. Da meist nicht nachvollziehbar ist, wo, unter welchen Bedingungen und nach welchen Standards die Herstellung erfolgt, bestehen Gefahren hinsichtlich Inhaltsstoffen, Produktsicherheit und Wirksamkeit. Mögliche Folgen reichen von Hautreizungen und allergischen Reaktionen bis hin zu Entzündungen oder gesundheitlichen Schäden, etwa wenn ein vermeintlicher Sonnenschutz nicht den ausgelobten Schutz bietet. Zudem entsprechen Fälschungen meist nicht den strengen europäischen Anforderungen an Sicherheit, Qualität und Kennzeichnung. Verbraucher:innen können daher nicht darauf vertrauen, dass solche Produkte hygienisch einwandfrei, wirksam oder gesundheitlich unbedenklich sind. Originalprodukte hingegen unterliegen umfassenden Sicherheitsbewertungen und strengen gesetzlichen Vorgaben, die ein hohes Verbraucherschutzniveau gewährleisten.
Welche Schäden entstehen durch Produkt- und Markenpiraterie in der Kosmetik?
Produkt- und Markenpiraterie schadet Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie dem Innovationsstandort Europa. Kreative Leistungen und Investitionen in Forschung, Entwicklung und Markenaufbau werden entwertet, während faire Wettbewerbsbedingungen untergraben werden. Gefälschte Kosmetikprodukte entsprechen häufig nicht den geltenden Sicherheits- und Qualitätsstandards und können gesundheitliche Risiken bergen. Zudem werden Verbraucher:innen über Herkunft, Qualität und Leistung der Produkte getäuscht. Hinter Produktfälschungen stehen ferner oft international agierende kriminelle Netzwerke.
Wie erkenne ich seriöse Kosmetik-Händler im Netz?
Einer Orientierung gibt das VKE-Siegel „Autorisierter Online-Händler“ achten: Es wird nur an Händler vergeben, die neben ihrem Online-Shop auch ein stationäres Ladengeschäft betreiben und vertraglich von einem VKE-Mitglied zum Internetverkauf autorisiert sind.
Weitere Merkmale
- Gütesiegel aktiv prüfen. Gütesiegel werden inzwischen häufig gefälscht. Deshalb sollte nicht nur das Vorhandensein eines Siegels, sondern auch dessen Echtheit überprüft werden. Ein echtes Trusted Shops Siegel verlinkt auf die offizielle Zertifikatsseite mit dem Status „Gültig“. Führt der Link auf eine andere oder unbekannte Internetadresse, ist Vorsicht geboten.
- Pflichtangaben kontrollieren. Fehlende oder unvollständige Angaben zu Impressum, AGB oder Datenschutz sind klare Warnsignale. Auch ein Blick ins Handelsregister sowie eine kurze Onlinerecherche nach Erfahrungen mit dem Shop können helfen, unseriöse Anbieter zu erkennen.
- Auf Bezahl- und Lieferoptionen achten. Shops, die ausschließlich Vorkasse anbieten, keine klaren Rückgabeoptionen ausweisen oder nur eingeschränkte Versandmöglichkeiten bieten, sollten kritisch geprüft werden. Seriöse Händler bieten transparente Informationen und sichere Zahlungsmethoden.

Was ist ein VKE-„Autorisierter Online-Händler“?
Die Nutzung des Siegels erfolgt auf Basis eines Lizenzvertrags zwischen dem VKE und dem Händler. Er dokumentiert die Einhaltung festgelegter Qualitäts- und Vertriebsanforderungen. Für Verbraucher:innen schafft das Siegel damit Orientierung und Vertrauen beim Kauf hochwertiger Beauty-Produkte im Internet.